|
Strecke Frankfurt - Kassel / Erfurt |
Statt Bau der im BVWP 92
vorgesehenen Ausbau-/Neubaustrecke Hanau - Erfurt bzw. der im BVWP 2003
vorgesehen "ABS/NBS Hanau - Fulda / Würzburg - Erfurt" Bau einer
Verbindungsstrecke direkt von Frankfurt bis zu den bestehenden Neu- und
Ausbaustrecken in Richtung Kassel - Hamburg bzw. Erfurt - Berlin in Bündelung
mit der Autobahn A 5.
1.1 Ziele
·
Verkürzung der Fahrzeit zwischen (Südwestdeutschland -)
Frankfurt und Kassel (- Hannover - Bremen/Hamburg) um ca. 30 min
·
Verkürzung der Fahrzeit zwischen (Südwestdeutschland -)
Frankfurt und Erfurt (- Halle/Leipzig - Berlin/Dresden) um ca. 35 min
·
Verkürzung der Entfernung auf den genannten Relationen um
jeweils ca. 15 km
·
Erhöhung der Strecken- und Netzkapazität nordöstlich von
Frankfurt durch vollständige Trennung von Nah- und Fernverkehr [2 zusätzliche
Gleise für den schnellen Personenverkehr]
·
Erzielung wesentlich höherer Fahrzeitverkürzungen als bei
den Planungen des BVWP
·
Durch das im Vergleich zum BVWP „Heranrücken“ der
Neubaustrecke an Frankfurt kommen die Fahrzeitverkürzungen zusätzlich auch der
Verbindung Frankfurt - Hamburg zugute
·
Korrektur des vergleichsweise „langsamen“ Fernstreckennetzes
der Deutschen Bahn auf einer der wichtigsten Verkehrsachsen
1.2 Skizze

Die farbigen Linien stellen
die Planungen des BVWP 92 dar; die eingezeichnete gestrichelte Linie die
Alternativplanung Zeichenerklärung
1.3
Tabelle
|
|
heute |
Alternativlösung |
BVWP |
Verkürzung |
|
Fahrzeit Frankfurt - Kassel |
80 min |
50 min |
70-75 min |
30 min / 10 min |
|
Fahrzeit Frankfurt - Hamburg |
3 h 35 min |
2 h 40 min |
3 h 10 min |
55 min / 25 min |
|
Fahrzeit Frankfurt - Bebra |
75 min |
40 min |
60-65 min |
35 min / 10 min |
|
Fahrzeit Frankfurt - Berlin |
4 h 00 min |
3 h 00 min |
3 h 30 min |
60 min / 30 min |
|
Fahrzeit Frankfurt - Dresden |
4 h 25 min |
3 h 05 min |
3 h 30 min |
80 min / 55 min |
|
Entfernung Frankfurt - Kassel |
194 km |
178 km |
200 km |
16 km / länger als vorher |
|
Entfernung Frankfurt - Hamburg |
515 km |
473 km |
498 km |
42 km / 17 km |
|
Entfernung
Frankfurt - Bebra |
153 km |
139 km |
160 km |
14 km / länger als vorher |
Fahrzeiten auf 5 min gerundet. In Verbindung mit anderen Projekten. Die Fahrzeitverkürzungen des BVWP hängen von der endgültigen Streckenführung ab und
liegen in der Relation Frankfurt - Kassel bei maximal ca. 10 min. Sollte die Strecke jedoch so (Var. 1) gebaut werden, ist aufgrund der deutlichen Streckenverlängerung
mit einem Fahrzeitgewinn von allenfalls ca. 5 min zu rechnen
2. Ausführliche Beschreibung
2.1 Ausgangslage
Die
Hauptstrecken des deutschen Eisenbahnnetzes entstanden größtenteils im
vorletzten Jahrhundert. Um möglichst viele Orte zu erschließen, wurden oft
große Umwege in Kauf genommen. Die Strecken selber wurden zur Vermeidung
aufwendiger Kunstbauten häufig entlang enger Flußtäler oder in Anschmiegung an
Hügel und Berghänge geführt. Dabei war vielfach die Verwendung enger
Kurvenradien notwendig, die auch noch heute die Höchstgeschwindigkeit auf
überwiegend 80 - 130 km/h begrenzen.
Diese
Gegebenheiten gelten im besonderen Maße für die Mittelgebirgsstrecke Frankfurt
- Fulda - Erfurt. Einer Streckenlänge der Bahn von 258 km zwischen Frankfurt
und Erfurt steht eine Luftlinienentfernung von nur etwa 190 km gegenüber. Bei
einer Reisegeschwindigkeit von nur ca. 90 km/h (bezogen auf die
Luftlinienentfernung) beträgt die Fahrzeit für diese vergleichsweise kurze
Strecke selbst bei Einsatz von Neigetechnikzügen über 2 Stunden. Möglich wäre
jedoch eine Halbierung der Reisezeit. So beträgt beispielsweise auf der
vergleichbaren Distanz von Paris nach Lille (Luftlinienentfernung = ca. 200 km)
die Fahrzeit mit dem TGV nur 1 Stunde.
Ähnliches
gilt - trotz bereits teilweise
vorhandener Neubaustrecke - für die
Strecke Frankfurt - Fulda - Kassel, wo einer Luftlinienentfernung von nur etwa
145 km eine Streckenlänge der Bahn von 194 km gegenüber steht - mit
entsprechend langen Fahrzeiten.
Naturgemäß
werden diese wenig attraktiven Fahrzeiten auch auf die vielen über Frankfurt,
Kassel oder Erfurt hinausgehenden Verbindungen übertragen. Das heißt, jede
Reise mit der Bahn zwischen dem Rhein-Main-Gebiet/Südwestdeutschland und
Nord-/Ostdeutschland erfährt eine unnötige Verzögerung von ca. 1/2 Stunde. So
betragen beispielsweise auf den stark frequentierten Verbindungen Frankfurt -
Berlin und Frankfurt - Hamburg die Fahrzeiten mit der Bahn momentan 3 1/2 - 4
Stunden. Möglich wäre jedoch eine Reduzierung auf deutlich unter 3 Stunden.
Um diesen
unbefriedigenden Zustand grundlegend zu verbessern, sollte daher langfristig
der Bau einer direkten Bahnstrecke zwischen Frankfurt und den bestehenden Neu-
und Ausbaustrecken in Richtung Kassel-Hamburg und Erfurt-Berlin - und zwar unter Vermeidung
des Umweges über Hanau und Fulda - in
Betracht gezogen werden.
2.2 Die Strecke Frankfurt -
Kassel/Erfurt als Hauptachse im deutschen und europäischen Eisenbahnnetz
Die
Strecke Frankfurt - Fulda (- Kassel/Erfurt) bzw. eine denkbare Neubaustrecke
"Frankfurt - Abzw. Kassel / Abzw. Erfurt" (im folgenden vereinfacht
Frankfurt - Kassel/Erfurt genannt) zeichnet sich im besonderen Maße durch ihre
zentrale Lage im deutschen Eisenbahnnetz aus, da sie im Überschneidungsbereich
sowohl wichtiger Nord-Süd- als auch Ost-West-Relationen liegt. Sie verbindet
sowohl den gesamten norddeutschen Raum, d. h. Schleswig-Holstein, Hamburg,
Bremen und Niedersachsen als auch die fünf neuen Bundesländer und Berlin mit
dem Rhein-Main/Rhein-Neckar-Gebiet (Südhessen), Rheinland-Pfalz,
Baden-Württemberg und dem Saarland. Gleichfalls ist sie Bindeglied zwischen dem
Rheinland und Thüringen/Sachsen.
Im
bundesdeutschen Eisenbahn-Fernverkehrsnetz spiegelt sich das in der Einbindung
in zahlreiche IC/ICE-Linien wieder, so etwa der folgenden (künftigen) Linien:
1. München
- Stuttgart - Mannheim - Frankfurt - -
Kassel - Hannover - Bremen/Hamburg (/Berlin)
2. Basel -
Karlsruhe - Mannheim - Frankfurt - -
Kassel - Hannover - Bremen/Hamburg (/Berlin)
3.
Saarbrücken - Mannheim - Frankfurt - -
Erfurt - Halle/Leipzig - Berlin/Dresden
4. Köln -
Bonn (Siegburg) - Frankfurt - -
Erfurt - Leipzig/Chemnitz - Dresden
Darüber
hinaus spielt die Strecke Frankfurt - Kassel/Erfurt auch im europäischen
Maßstab eine wichtige Rolle, ist sie doch Bestandteil vieler bedeutender
transeuropäischer Eisenbahnmagistralen, so bspw. der Verbindungen
1. Paris -
Straßburg/Saarbrücken - Frankfurt - Berlin - Warschau,
2. London
- Brüssel - Köln - Frankfurt - Dresden - Prag und
3. Mailand
- Zürich - Basel - Frankfurt - Hamburg - Kopenhagen - Stockholm.
Durch
diese starke Bündelung der Verkehrsströme weist die Strecke Frankfurt -
Kassel/Erfurt eines der höchsten Verkehrsaufkommen im deutschen und
europäischen Streckennetz auf. Mit dem weiteren Aufschwung Ostdeutschlands, dem
Regierungsumzug nach Berlin und der zukünftig engeren wirtschaftlichen
Verflechtung mit den osteuropäischen Reformstaaten (EU-Beitritt) ist auch in
Zukunft mit einem überdurchschnittlichen Verkehrszuwachs zu rechnen. Spätestens
nach Abschluss dieser Entwicklungen ist von einem ähnlich hohen
Verkehrsaufkommen wie beispielsweise auf den Neubaustrecken Köln - Rhein/Main,
Hannover - Würzburg oder Paris - Straßburg (ab ca. 2006) auszugehen.
Lage einer denkbaren NBS Frankfurt - Kassel/Erfurt in einem zukünftigem ICE-Liniennetz

(Quelle: Broschüre "Die Bahn informiert": Neubau- und
Ausbaustrecken, Hochgeschwindigkeitsverkehr, Intercityexpress; Seite 17:
Vision eines ICE-Liniennetzes im Jahr 2005; DB/DR;
Frankfurt/M. 1993; siehe hier)
2.3 Die Vorteile einer Neubaustrecke
zwischen Frankfurt und den bestehenden Neu- und Ausbaustrecken in Richtung
Kassel bzw. Erfurt im Vergleich zu anderen Planungen
Eine
direkte Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Kassel bzw. Bebra (- Erfurt)
ermöglicht
- eine um
ca. 30 min kürzere Fahrzeit zwischen
Frankfurt / Südwestdeutschland
und Kassel / Norddeutschland,
- eine um
ca. 35 min kürzere Fahrzeit zwischen
Frankfurt / Südwestdeutschland
und Erfurt / Ostdeutschland bei
- einer um
ca. 15 km kürzeren Fahrstrecke.
In Verbindung
mit den Nachbarprojekten ABS Bebra - Erfurt, NBS/ABS Erfurt - Halle/Leipzig - Berlin
und NBS Hannover - Hamburg/Bremen ergeben sich attraktive Reisezeiten, die
einen deutlichen Fahrgastzuwachs zugunsten der Bahn erwarten lassen. So würde
z. B. die Fahrzeit Berlin - Frankfurt oder Köln - Leipzig nur noch ca. 3
Stunden betragen; zwischen Hamburg und Stuttgart oder Köln und Dresden wäre
eine Verringerung der Fahrzeit auf ca. 4 Stunden möglich.
Weiterhin
ließe sich durch den Bau einer NBS Frankfurt - Kassel/Erfurt eine Entlastung
der stark befahrenen Altstrecke Frankfurt - Fulda erreichen, da 2 zusätzliche
Gleise von Frankfurt in Richtung Nordosten zur Verfügung stünden. Durch die
erhebliche Steigerung der Kapazität quasi des gesamten Streckennetzes östlich
von Frankfurt bestünde dann bspw. die Möglichkeit der Einführung eines
Halbstundentakts (oder 20-Min-Takts) auf verschiedenen Linien des Nah- und
Fernverkehrs. Auch würden so zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr
geschaffen.
Der BVWP
92 sieht in seiner ursprünglichen Fassung für das Streckennetz nordöstlich von
Frankfurt einen mehrgleisigen Ausbau der bestehenden Strecke Hanau - Fulda (mit
einer abschnittsweisen Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit auf 160 - 200 km/h)
sowie einen Streckenneubau zwischen Fulda und Eisenach bzw. Erfurt vor (ABS/NBS
Hanau - Erfurt; Kosten = 8,5 Mrd DM). Das erscheint aus verschiedenen Gründen
weniger vorteilhaft. Da ein Ausbau (bzw. teilweiser Neubau) zwischen Hanau und
Fulda nur geringfügige Fahrzeitgewinne verspricht, würden sich auf der
Verbindung Frankfurt - Kassel - Hannover - Hamburg/Bremen(/Berlin) so gut wie
keine Verbesserungen ergeben. Die hohen, durch den Bau einer Neubaustrecke
erreichbaren Fahrzeitverkürzungen kämen somit im wesentlichen "nur"
Reisenden in Richtung Erfurt - Halle/Leipzig - Berlin/Dresden zugute.
Demgegenüber
hätte eine bereits in Frankfurt beginnende Neubaustrecke den Vorteil, daß sie
durch das nähere "Heranlegen" an Frankfurt zusätzlich von den Zügen in Richtung Kassel genutzt werden könnte.
Durch diesen Bündelungseffekt würden sich dann nicht nur in Ost-West -, sondern
auch in Nord-Süd - Richtung hohe Fahrzeitgewinne ergeben. Die Neubaustrecke
könnte so zukünftig von ca. 4 statt "nur" von ca. 2 IC/ICE-Linien
genutzt werden und käme somit wesentlich mehr Reisenden zugute als bei der
bisherigen Konzeption.
Eine NBS
Fulda - Eisenach könnte nur von den Zügen etwa der Relationen Saarbrücken -
Frankfurt - Erfurt - Berlin und Köln - Frankfurt - Erfurt - Dresden genutzt
werden; eine "NBS Frankfurt(km 0) - Abzw. Kassel(~km 115) / Abzw.
Erfurt (~km 130)" könnte hingegen auf fast ihrer gesamten Länge
zusätzlich von den Zügen der Relationen Basel - Frankfurt - Kassel - Hannover - Hamburg und Stuttgart - Frankfurt - Kassel - Hannover-Bremen /
Braunschweig(-Berlin) genutzt werden.
Die
sogenannte "Mottgers-Spange" [= NBS (Frankfurt -) Gelnhausen -
Mottgers (- Fulda)/Burgsinn (- Würzburg)], die ebenfalls von diesem
Bündelungseffekt profitieren würde, führt im Vergleich zu einer direkten
Neubaustrecke nur zu einem Fahrzeitgewinn von ca. 5 - 10 min. [Bei einer Streckenverlängerung um ca. 8 km.]
Gegenüber
einer direkten Neubaustrecke hätte der Bau der Mottgers-Spange (bei einer dann um 20 - 30 km längeren Fahrstrecke)
eine ca. 20 - 25 min längere Fahrzeit zur Folge und ist damit keine
zukunftsträchtige Alternative.
Gegebenfalls
könnte jedoch der Bau einer ca. 90 km langen direkten Ausbau-/Neubaustrecke
zwischen Frankfurt und Fulda eine Alternative sein, jedoch hätte auch diese
Variante gegenüber der hier skizzierten Lösung den Nachteil einer ca. 12 - 15
min längeren Fahrzeit sowie einer ca. 15 km längeren Streckenführung.
Die
langfristig gesehen vorteilhafteste Lösung dürfte daher im Bau einer direkten
Neubaustrecke zwischen Frankfurt und den bestehenden Neubau-/Ausbaustrecken in
Richtung Kassel bzw. Erfurt [sowie einem weiteren Aus-/Neubau zwischen
Frankfurt und Würzburg)] bestehen, da nur so auf sämtlichen Verbindungen
größtmögliche Streckenverkürzungen, Fahrzeitverkürzungen und Kapazitätssteigerungen
erreichbar sind.
Auch der
mögliche Einwand, Fulda werde bei diesen Plänen vom Fernverkehr abgekoppelt,
kann nicht überzeugen. Durch die ICE - Linie Hamburg - Hannover - Fulda -
Würzburg - München bliebe Fulda für eine 60 000 Einwohner Stadt hinreichend gut
in das ICE-Netz der Bahn eingebunden. Weitere Fahrziele im Südwesten oder Osten
können auch nach Verwirklichung einer NBS Frankfurt - Kassel/Erfurt etwa durch
eine IR/IC-Linie (Konstanz - ... -) Frankfurt - Hanau - Fulda - Bad Hersfeld -
Eisenach - Gotha - Erfurt - Weimar - Jena - Gera - ... - Dresden sowie durch
Umsteigen in Frankfurt oder Eisenach erreicht werden.
2.4
Vergleich der Wirtschaftlichkeit einer Neubaustrecke Frankfurt - Kassel/Erfurt
mit der derzeitigen Planung
Untersucht
man eine denkbare NBS Frankfurt - Kassel/Erfurt hinsichtlich ihrer
Wirtschaftlichkeit, so lässt eine grobe Abschätzung durchaus einen
hinreichenden Nutzen erwarten.
Unter der
vereinfachten Annahme, dass ein bestimmter Fahrzeitgewinn einen Fahrgastzuwachs
in etwa der gleichen Größenordnung nach sich zieht, würde die Bahn auf den
betreffenden Relationen einen Fahrgastzuwachs von ca. 15 bis 20 % erreichen
können.
Das
entspricht bei zukünftig ca. 10 - 20 Mio Reisenden im Jahr bis zu 4 Mio
zusätzlichen Reisenden im Jahr. [Bei 20 - 50 EUR Verkaufserlös pro Fahrt wären
das Mehreinnahmen von ca. 50 - 200 Mio EUR im Jahr.]
Z.B. hat es zwischen
Berlin und Hamburg seit Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke (Verkürzung der
Fahrzeit von ca. 2 h 10 min auf heute nur noch ca. 1 h 35 min) einen
Fahrgastzuwachs von 30 % gegeben.
Weiterhin
ergeben sich erhebliche wirtschaftliche Vorteile aus den Kapazitätssteigerungen
für den Personenverkehr (und damit bspw. der Möglichkeit der Einführung eines
Halbstundentakts im Nah- und Fernverkehr), der gleichzeitigen Schaffung
zusätzlicher Kapazitäten für den Güterverkehr (Trennung von schnellen und
langsamen Verkehr), dem Einsparen von Zugumläufen etc.; deren finanzieller
Nutzen noch näher zu quantifizieren wäre.
Darüber
hinaus resultiert ein hoher volkswirtschaftlicher Nutzen aus der
Verkehrsverlagerung vom Straßen- und Luftverkehr zum ökologisch vorteilhafteren
Schienenverkehr, der Vermeidung von Unfallopfern durch vermehrtes Reisen mit
der sichereren Bahn, der Entlastung des Straßennetzes etc. [Vermeindung
"externer Kosten" des Straßenverkehrs.]
Tabellarischer
Vergleich hinsichtlich des Fahrzeitgewinns im Fernverkehr
|
BVWP |
Fahrzeitgewinn |
Baukosten [Baukosten
in Mio EUR] |
Fahrzeitgewinn :
Baukosten [rel. Einheiten] 2 |
|
NBS Frankfurt -
Kassel/Erfurt |
ca. 30 min |
4.000 |
7,5 |
|
NBS/ABS Hanau - Würzburg
/ Fulda - Erfurt (BVWP 2003) |
ca. 10 min1 |
2.250 |
4,4 |
1 maximal
ca. 10 min, genauere Aussagen können erst gemacht werden, wenn die endgültige
Streckenführung feststeht.
Sollte die Strecke jedoch so (Var. 1) gebaut werden, ist mit einem
Fahrzeitgewinn von allenfalls ca. 5 min zu rechnen.
2 keine
Nutzen/Kosten - Faktoren; die Zahlenwerte ermöglichen nur ein Vergleich der
Projekte untereinander
Eine
moderne und leistungsfähige Eisenbahninfrastruktur ist von zunehmender Bedeutung
im internationalen Standortwettbewerb. Sie ist zudem Voraussetzung für eine
wünschenswerte Verkehrsverlagerung zugunsten des umweltfreundlicheren
Schienenverkehrs. Die Eisenbahn hat im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern
den größten Nachholbedarf, da ihr Streckennetz noch überwiegend aus dem
vorletzten Jahrhundert stammt. Selbst Strecken mit einem sehr hohen
Verkehrsaufkommen weisen deshalb oft eine umwege- und kurvenreiche
Streckenführung mit entsprechend langen Fahrzeiten auf.
Das gilt
im besonderem Maße auch für die verkehrsgeographisch wichtige Strecke Frankfurt
- Kassel/Erfurt zwischen dem Rhein-Main-/Rhein-Neckar-Gebiet, dem Raum
Stuttgart und den übrigen Teilen Südwestdeutschlands einerseits und
Nord-/Ostdeutschland mit den Ballungsräumen Berlin, Hamburg, Bremen,
Hannover/Braunschweig, Halle/Leipzig und Dresden/Chemnitz/Zwickau andererseits.
Zur
nachhaltigen Verbesserung dieses unbefriedigenden Zustands erscheint daher der
Bau einer neuen Bahnstrecke zwischen Frankfurt und den bestehenden Neu- und
Ausbaustrecken in Richtung Kassel - Hamburg bzw. Erfurt - Berlin als die
vorteilhafteste Lösung.
Durch
·
die kürzere Streckenführung,
·
die auf einer Neubaustrecke möglichen hohen
Fahrgeschwindigkeiten,
·
die optimale Anbindung Frankfurts an das Schnellfahrnetz und
·
die Verwirklichung einer Netzstruktur mit längeren
durchgehenden Schnellfahrabschnitten
wären dann
im Personenverkehr auf zahlreichen Verbindungen hohe Fahrzeitgewinne von ca.1/2
- 3/4 Stunde möglich.
Darüber
hinaus ließe sich so in einem zentralen Bereich des deutschen Eisenbahnnetzes
eine deutliche Steigerung der Strecken-/Netzkapazität mit der Möglichkeit
zusätzlicher Zugleistungen im Nah-, Fern- und Güterverkehr erreichen.
4.
Anmerkungen
Fahrzeiten im Fernverkehr vor und nach Verwirklichung einer Neubaustrecke
Frankfurt - Kassel/Erfurt
5.
Karten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 | 1-10 als Panorama
Hier kann man sich den denkbaren Streckenverlauf entlang der Autobahn 5 auch
in google maps ansehen; der Kartenausschnitt lässt sich mit der Maus
verschieben. [Von Eschersheim aus kommend wird Bonames und Nieder-Eschbach
östlich umfahren. Anschließend schmiegt sich die Trasse dem Verlauf der
Autobahn 5 an. (Nur im Anfangsabschnitt zum Teil möglich.) ]
6. BVWP
2003 [BMVBW]
NBS/ABS Hanau - Würzburg / Fulda - Erfurt
7.
Einzel-Downloads
"Denkbare Neukonzeption
der NBS/ABS Hanau - Würzburg / Fulda - Erfurt" [PDF-Datei]"
"Denkbare Neukonzeption
der NBS/ABS Hanau - Würzburg / Fulda - Erfurt" [PDF-Datei mit
Karten]"
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